Social Networks und das Problem mit dem Neid

[bs_lead]Ich habe heute Mittag einen wirklich interessanten Artikel von der “Die Welt” Journalistin Laura Ewert gelesen. Sie beschreibt in einem Artikel wie “Instagram uns alle zu Psychopaten macht”. [/bs_lead]

Der Artikel hat mich schon fast fastziniert und ich muss sagen, dass ich genau der selben Meinung bin. Soziale Netzwerke machen uns gläsern und bewirken genau das Gegenteil, was der Datenschutz von einem verlangt. Doch das größte Problem ist, dass diese Datenfreigabe auf komplett freiwilliger Basis passiert. Die Sozialen Netzwerke Facebook, Google Plus, Instagram, Twitter, um nur ein paar große zu nennen, bauen darauf, dass die Nutzer die Daten freiwillig herraus geben um so mit anderen kommunizieren zu können.

Ich selbst möchte mich nicht aus der Blase freisprechen, auch ich habe Instagram und all die anderen Netzwerke, auch ich entscheide was ich freigebe, oder vielleicht auch nicht?

Ewert beschreibt auf eine gute Art und Weise, wie wir scheinbar doch psychisch kontrolliert werden, kontrolliert vom Neid und der Gier genau das zu haben, was wir aktuell nicht, aber andere haben. Ich selber bin ja aktuell im Urlaub in Südafrika und poste das ein oder andere Bild auf meinem Instagram Account. Mich würde es nicht wundern, wenn genau das einige meiner “Leser” auch haben wollen.

Der Neid schlägt zu!

Hier sieht man eine Handtasche von Gucci oder da eine neue Uhr von Michael Kors. Alternativ geht natürlich auch eine Pizza vom teuersten Italiener der Stadt, natürlich mit Rechnung, oder aber das neue Möbelstück, was ja ach so teuer war. Auf das Instagram Klischee passt nur gerade das, was selten oder teuer ist und wie sagte Ewert, was nicht dort hinein passt, landet erst gar nicht dort. Doch genau diesen Neid machen sich nun Firmen zu nutze. Immer wieder sieht man Posts mit kleinen Geschenkpäckchen, welche dann durch die, leider meist weiblichen, Bloggerinnen oder Instagrammerinnen präsentiert wird. Diese Vermarktungsstrategie scheint recht günstig, aber sehr erfolgreich zu sein.

Ein Paket mit der neuen Gesichtscreme an Bloggerin XY in Krefeld zu versenden, ist günstiger und zielführender als jede Anzeige in einem Frauenmagazin. – Laura Ewert (Die Welt)

Aktuell scheint neben der im Die Welt artikel genannten Produkte auch Tee’s mit “Abnehmeffekt” oder aber Bademode zu sein – Ich will hier keinen an den Pranger stellen, aber ihr habt diese Posts bestimmt schon auf Instagram gesehen. Eine Hand von Nutzern kann so ganz gut von genau diesen Posts leben. Andere versuchen es nach zu ahmen, bekommen es allerdings nicht wirklich hin, da die meisten Produkte eher im teuren als im günstigen Segment angelagert sind.

Das teure Zimmer im Luxus-Spa, das goldene Armband, die It-Bag, all das wird nur mit Rabattkarten und oft gar nicht bezahlt. – Laura Ewert (Die Welt)

Doch diese “Neidhascherei” hat auch eine Kehrseite. Genau der Punkt, dass viele Menschen einfach sachen von sich preis geben, die sie gar nicht preisgeben müssen und vielleicht auch nicht wollen. Die ganzen auf “hübsch” getrimmten Instagram-Bilder, welche vielleicht durch die Filter ein wenig an glanz erlangen sind nicht so interessant, wie sie scheinen. Eigentlich gibt es nur das von Laura Ewert genannte Schema “Badezimmerspiegel-Selfies, Babybilder, Wohnungseinrichtungsdetails, lackierte und beringte Finger an Kaffeebechern mit verzierter Schaumkrone, Fotos, die am eigenen Körper herunterfotografiert wurden, Bilder, die beweisen, dass man beim Sport war oder verreist ist oder ein schlaues Buch beziehungsweise ein schlaues Magazin liest (UND lackierte Fingernägel hat)”. Diese gesamten Informationen verleiten uns alle zum Stalken, ich weiß was du gestern gemacht hast, ich weiß was du davor den Tag gemacht hast und vielleicht weiß ich auch noch was du morgen machen wirst. Wohlmöglich weiß ich auch, dass dein Hund aktuell nicht richtig isst und du dir sorgen machst.

Soziale Netzwerke ermöglichen einen ein Gesamtbild des Tagesablaufs zu generieren, und das nur, weil man “freiwillig” seine Daten in diesen Netzwerken den anderen zur Verfügung stellt. Muss denn wirklich jeder ALLES von Dir wissen?

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